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pH und EC für Gartenpflanzen: historische Tabellen und richtig eingeordnete Messwerte

pH und EC bei Gartenpflanzen: Boden, Wasser und Nährlösung unterscheiden, historische Tabellen vollständig einordnen und Messungen dokumentieren.

Autor: Dr. Kovács István – vegyész, elektrokémikus

7 Minuten Lesezeit
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pH und EC für Gartenpflanzen: historische Tabellen und richtig eingeordnete Messwerte

pH und EC helfen nur mit dem passenden Kontext

Wenn pH und elektrische Leitfähigkeit gemessen werden, lassen sich Bedingungen für das Wachstum besser verfolgen. Die Zahlen allein bestimmen jedoch weder den Bedarf jeder einzelnen Nährstoffart noch einen fertigen Düngeplan. Pflanzen verändern während ihrer Entwicklung den Wasser- und Nährstoffbedarf. Zuerst muss klar sein, ob Bewässerungswasser, Nährlösung, Boden oder ein Substratextrakt untersucht wird.

EC ist die gemeinsame elektrische Antwort gelöster Ionen, keine Analyse ihrer einzelnen Mengen. Dieselbe EC kann bei unterschiedlichen Zusammensetzungen auftreten. Die University of Minnesota beschreibt dies für NFT-Systeme; solche hydroponischen Bedingungen sind nicht automatisch mit Bodenanbau gleichzusetzen. Einheit, Temperaturbezug und Messverfahren müssen zum Vergleich passen.

Historische Tabelle zu Nährlösung: 16 Pflanzen

Die folgenden Werte erhalten den Inhalt des früheren tabellarischen Überblicks. Er nennt keine eindeutige Kulturphase, kein Verfahren und keinen TDS-Umrechnungsfaktor. Die Zahlen sind deshalb keine unabhängig bestätigten Vorgaben zum Einstellen einer konkreten Anlage. TDS in ppm, aus EC abgeleitet, hängt vom Faktor des Systems ab und ersetzt keine Einzelanalyse.

PflanzeEC (mS/cm)pHTDS (ppm)
Tomate2,8–7,06,0–6,51400–3500
Gurke2,4–3,45,51190–1750
Kohl3,4–4-1*6,5–7,01750–2100
Kopfsalat1,1–1,76,0–7,0560–840
Möhre2,2–2,86,31120–1400
Knoblauch2,0–2,56,0980–1260
Bohne2,5–5,66,0–6,51400–2800
Brokkoli3,8–4,86,0–6,81960–2450
Aubergine3,4–4,86,01750–2450
Spargel1,9–2,56,0–6,8980–1260
Spinat2,5–3,26,0–7,01260–1610
Erdbeere2,5–3,16,01260–1540
Minze2,8–3,36,5–7,01400–1680
Rosmarin1,4–2,26,0–7,5700–1120
Salbei1,4–2,26,0–7,5700–1120
Thymian1,1–2,26,5–7,5560–1120

* Die obere EC-Angabe beim Kohl lautet in der Vorlage „4-1“. Diese unklare Schreibweise wird nicht stillschweigend zu 4,1 geändert und darf nicht als Einstellziel dienen. Auch die anderen übertragenen Zahlen benötigen den passenden Kultur- und Methodenkontext.

Eine separate OSU-Übersicht von 2017 für Hydroponik nennt beispielsweise für Tomate EC 2,0–4,0 statt hier 2,8–7,0 und für Gurke 1,7–2,0 statt 2,4–3,4. Diese Unterschiede bestätigen kein pauschales Ersetzen einer Tabelle durch die andere. Sie zeigen, weshalb Wasser, Kultur, Verfahren und Bedingungen vor einer Entscheidung feststehen müssen.

Vor der Pflanzung: Boden und Wasser untersuchen

Das frühere Rezept geht von einem allgemeinen Nährstoffbedarf im Bodenanbau aus. Örtliche Bedingungen können eine Korrektur erfordern. Untersuchen Sie deshalb vor der Pflanzung Boden oder Substrat und berücksichtigen Sie die Wasseranalyse sowie Art, Sorte, Entwicklungsstadium und Anbausystem. Ein Bodenrezept ist kein unveränderter hydroponischer Düngeplan.

Für die Wasserbehandlung ist nicht nur das Anfangs-pH wichtig, sondern auch die Alkalinität und Zusammensetzung. Salpetersäure bringt Stickstoff ein, Phosphorsäure Phosphor; diese Beiträge gehören in die Nährstoffbilanz. Die Purdue-Unterlagen zur Auswahl hydroponischer Dünger erläutern den Zusammenhang zwischen Wasseranalyse, Nährstoffquellen und Säurebedarf. Das ist keine Anleitung zum Mischen konzentrierter Säuren; Präparat, Schutz und Dosis gehören zum tatsächlich festgelegten Fachverfahren.

Der Ausgangstext schlägt nach dem Auspflanzen zwei Bewässerungen mit einer Start-Nährlösung vor. Diese Anzahl bleibt als früheres Beispiel erhalten. Ob, wann und in welcher Konzentration eine Startgabe nötig ist, ergibt sich jedoch aus Pflanze, Boden, Wasser und Wurzelentwicklung, nicht aus einer festen Zahl für alle Bestände.

Historische Boden-pH-Tabelle für Blumen, Gehölze und Sträucher

Die 44 Zeilen bewahren die ursprünglichen Bezeichnungen und Bereiche. Die ungarischen Namen stehen als Quellenbezeichnungen neben einer deutschen Namensübertragung, damit abweichende oder unklare Zuordnungen erkennbar bleiben. Damit wird keine genaue Art oder Sorte botanisch bestätigt. Die früher als „optimal“ bezeichneten Bodenwerte haben keine angegebene Messmethode und keine belastbare artspezifische Referenz in dieser Tabelle.

Verwenden Sie die Bereiche nicht automatisch als Ziel-pH einer Nährlösung oder des Bewässerungswassers. Auch Bodenmessungen mit unterschiedlichem Extraktionsmedium oder Verhältnis sind nicht beliebig austauschbar. Prüfen Sie bei der konkreten Pflanze Identität, Anbauempfehlung und Methodik.

Bezeichnung in der QuelleUngarische QuellenbezeichnungDeutsche Namensübertragung / EinordnungGenanntes Boden-pH, nicht unabhängig bestätigt
AbeliaTárnicsloncAbelie6,0–8,0
AcaciaAkáciaAkazie6,0–8,0
AcanthusAkantuszAkanthus6,0–7,0
AconitumSisakvirágEisenhut5,0–6,0
AdonisHéricsAdonisröschen6,0–8,0
AquilegiaHaranglábAkelei6,0–7,0
AgeratumBojtocskaLeberbalsam6,0–7,5
AilanthusBálványfaGötterbaum6,0–7,5
AjugaÍnfűGünsel4,0–6,0
AlyssumTernyeSteinkraut6,0–7,5
AmaranthusAmarántAmarant6,0–6,5
AnchusaFarkasszemOchsenzunge6,0–7,5
AndrosaceGombafűMannsschild5,0–6,0
AnemoneSzellőrózsaAnemone6,0–7,5
AnthyllisNyúlszapukaWundklee5,0–6,0
ArbutusSzamócafaErdbeerbaum4,0–6,0
ArenariaHomokhúrSandkraut6,0–8,0
Aristea—Kein Name in der Quelle angegeben6,0–7,5
ArmeriaPázsitszegfűGrasnelke6,0–7,5
ArnicaÁrnikaArnika5,0–6,5
AsperulaMügeWaldmeister / Asperula6,0–8,0
AsphodelineSárga virágoszlopAsphodeline, laut Quelle gelbblühend6,0–8,0
AsterŐszirózsaAster; Quelle nennt eine Herbstblume5,5–7,5
AubrietaPázsitviolaBlaukissen6,0–7,5
AzaleaAzáleaAzalee4,5–6,0
BergeniaBőrlevélBergenie6,0–7,5
BuddleiaNyáriorgonaSommerflieder6,0–7,0
BuphthalumÖkörszemOchsenauge6,0–8,0
CalendulaKörömvirágRingelblume5,5–7,0
CamassiaPrérigyertyaPräriekerze6,0–8,0
CampaculaBögrevirágGlockenblume; Quellenbezeichnung unklar7,0–7,5
CannaKannaBlumenrohr6,0–8,0
CarnationSzegfűNelke; Quellenwort ist kein lateinischer Gattungsname6,0–7,5
CatalpaSzivarfaTrompetenbaum6,0–8,0
CelosiaKakastaréjHahnenkamm6,0–7,0
CentaureaBúzavirágFlockenblume / Kornblume5,0–6,5
CerastiumMadárhúrHornkraut6,0–7,0
ChrysanthemumMargarétaChrysantheme; Quelle nennt eine Margerite6,0–7,0
CissusKúszókaKlimme6,0–7,5
CistusBabérszuharZistrose6,0–7,5
ClarkiaKlárcsiClarkie6,0–6,5
ClianthusPapagájcsőrPapageienschnabel6,0–7,5
ClematisIszalagWaldrebe5,5–7,0
ColchicumKikericsHerbstzeitlose5,5–6,5

Besondere Namensgrenzen: „Campacula“ bleibt die unklare Quellenbezeichnung; sie wird nicht stillschweigend zu einer bestimmten Campanula-Art. „Carnation“ ist ein englisches Wort für Nelke, kein lateinischer Gattungsname. Bei Aristea fehlt in der Quelle ein zweiter Name. Auch Zuordnungen wie Androsace zu „Gombafű“ oder Chrysanthemum zu „Margaréta“ bestimmen nicht verlässlich eine Art.

Ein RHS-Profil zu Campanula medium ist eine eigenständige Pflanzenbeschreibung, kein Beweis für die Identität der hier unklar benannten Zeile. Für Aristea gibt es spezifische Art- beziehungsweise Sortenprofile; die bloße Gattungsangabe kann diese nicht ersetzen. Das Anchusa-Profil verdeutlicht ebenfalls den Unterschied zwischen einer Gattung und einer konkret bestimmten Pflanze.

Vier frühere Dosierungsbeispiele nach Entwicklungsphase

In diesen Beispielen fehlen die konkrete Kultur, die Wasserzusammensetzung und die bestätigte heutige Rezeptur der Handelspräparate. Alle Bestandteile und Zahlen bleiben erhalten, sind aber kein universell ausführbares Rezept. Die Einheit dkg/m²/Woche ist eine Masse je Fläche und Zeit: 1 dkg = 10 g. Das ist nicht die Konzentration in einem Liter Nährlösung. Die EC-Zahlen der vier Beispiele haben in der Vorlage weder eine ausdrückliche Einheit noch einen eindeutig beschriebenen Messort.

1. Bewölktes, lichtarmes Wetter beim Erscheinen der Blüten

Genannte EC: 2,4–2,5; Einheit und Messort sind nicht angegeben.

Präparat oder BestandteilMasse (dkg/m²/Woche)
Ferticare Id0,5
Calciumnitrat0,2
Kaliumnitrat0,1
Monoammoniumphosphat0,1

2. Nach dem Fruchtansatz an den ersten beiden Etagen

Genannte EC: 2,2–2,5; Einheit und Messort sind nicht angegeben.

Präparat oder BestandteilMasse (dkg/m²/Woche)
Ferticare I0,8
Calciumnitrat0,3
Kaliumnitrat0,1
Magnesiumsulfat0,1
Monoammoniumphosphat0,1

Die Bezeichnung Ferticare Id im ersten Beispiel und Ferticare I im zweiten bleiben verschieden. Ohne genaue Produktidentität und Zusammensetzung darf die eine Angabe nicht als eine beliebige aktuelle Rezeptur des anderen Präparats verstanden werden.

3. Bis zum Beginn der Ernte

Genannte EC: 2,2–2,5; Einheit und Messort sind nicht angegeben.

Präparat oder BestandteilMasse (dkg/m²/Woche)
Ferticare I0,9
Calciumnitrat0,35
Kaliumnitrat0,1
Magnesiumsulfat0,1
Monoammoniumphosphat0,05

4. Während der Ernte bei voller Fruchtbelastung

Genannte EC: 1,5–2,2; Einheit und Messort sind nicht angegeben.

Präparat oder BestandteilMasse (dkg/m²/Woche)
Ferticare III0,9
Calciumnitrat0,5
Kaliumnitrat0,1
Magnesiumsulfat0,1
Monoammoniumphosphat0,05

Auch bei korrekt übertragenen Zahlen müssen Gesamtmengen, Nährstoffanteile, Wasserzufuhr und Bedingungen geprüft werden. Eine Masse pro Quadratmeter kann ohne Wassermenge nicht in eine Lösungs-EC übersetzt werden. Die vier Beispiele sind weder die Bestätigung einer bestimmten Sorte noch einer aktuellen Herstellerdosis.

13 historische Grundsätze zu Wetter, N/K und Boden

Dieser Überblick geht ausdrücklich von Wasser mit EC 1,0 mS/cm aus. N steht für Stickstoff, K für Kalium und P für Phosphor. Bei mehreren Verhältnisangaben fehlen die genaue Berechnungsbasis und die Erklärung, ob beziehungsweise wie Nährstoffformen berücksichtigt werden. Die Angabe P=1 ist nicht erklärt. Bei weiteren EC-Zahlen wird die Einheit nicht wiederholt. Die Aussagen sind ein historischer Inhalt, keine allgemeine Aufforderung, EC allein nach dem Wetter zu erhöhen oder zu senken.

SituationHistorisches Beispiel; kein allgemein gültiger Einstellwert
JungpflanzenanzuchtNiedrigere oder normale EC 1,5–2,2; Spurenelemente; N/K 1:1,8; höherer Phosphoranteil.
EinwurzelnHöhere EC 2,5–3,0; phosphor- und kaliumreiches Düngemittel.
LichtmangelN-Anteil verringern, häufiger Nährlösung geben, kleinere Menge und EC erhöhen.
WachstumsförderungN-Anteil erhöhen; normale EC 1,9–2,2; N/K 1:1–1,2.
Blüte und FruchtansatzN-Anteil verringern; N/K 1:1,7; P=1; höhere EC 2,2–2,5.
Länger anhaltende AbkühlungN-Anteil und Häufigkeit verringern; normale EC.
Starke FruchtbelastungHäufigkeit und N-Anteil erhöhen; N/K 1,2:1; höhere EC 2,2.
Starke Einstrahlung und WärmeN-Anteil erhöhen; N/K nahe 1:1; niedrigere oder normale EC 1,5–2,2; höhere Häufigkeit mit der Angabe 1–3, ohne Zeiteinheit.
Zweite Hälfte der VegetationszeitIm Herbst Kaliumbetonung; N/K 1:1,1–1,5.
Ende der KulturWenn keine weiteren Früchte angesetzt werden, wird das Auslassen der Nährlösung 2–3 Wochen vor dem Räumen des Bestands beschrieben.
Leichterer SandbodenHöherer N-Anteil und Spurenelemente; niedrigere EC bis 2,0; häufiger, alle 1–3 Tage.
Schwererer humoser BodenHöhere EC bis 2,5; seltener, alle 2–4 Tage.
Fläche mit Grunddüngung und organischem DüngerNiedrigere EC bis 2,0; seltener, alle 2–4 Tage.

Bei starkem Licht und Wärme ist „1–3“ ohne Zeitbezug notiert; das darf nicht automatisch als Tage gelesen werden. Dagegen nennt die Bodenpassage tatsächlich 1–3 beziehungsweise 2–4 Tage. Auch das Weglassen der Nährlösung 2–3 Wochen vor dem Räumen ist ein situationsbezogenes Beispiel, keine universelle Ernte- oder Düngeanweisung.

Bibliografischer Hinweis der Vorlage: Tamás Horinka, Tápoldatozás a kertészeti termesztésben, 2000. Der Hinweis bestätigt weder die Vollständigkeit des Auszugs noch die Eignung der einzelnen Zahlen für einen heutigen Bestand. Das gesamte Buch wird damit nicht als unabhängig überprüfte Anleitung wiedergegeben.

Freilandtext: ein nicht identifizierter Hybrid

Der begleitende Text beschreibt einen auch für Freiland geeigneten Hybrid. Er nennt Doppelreihen und ungefähr 50.000 Pflanzen je Hektar, eine Stützkonstruktion, Tropfbewässerung und intensive Nährstoffversorgung. Außerdem beschreibt er gutes Nachwachsen, fortlaufenden Fruchtansatz und Ernte bis zu den ersten Frösten.

Da Kultur und Hybrid nicht genannt sind und örtliche Bedingungen fehlen, sind diese Angaben weder eine Empfehlung dieser Pflanzdichte noch ein Ertragsversprechen. Übertragen Sie sie nicht allein aufgrund einer pH- oder EC-Messung auf eine andere Pflanze oder Anlage.

Messungen nachvollziehbar dokumentieren

Vergleichen Sie wiederholte Messungen nach demselben geeigneten Verfahren und verfolgen Sie die Entwicklung statt nur eine einzelne Zahl. Zu einem Ergebnis gehören:

  • Pflanze, Entwicklungsphase, Medium und Entnahmestelle.
  • Probenart und Aufbereitung, einschließlich eines gegebenenfalls festgelegten Extraktionsverhältnisses.
  • pH, EC, Einheit und Temperatur oder Temperaturreferenz.
  • Kalibrierung, verwendetes Gerät und Zustand der Sonde.
  • Bewässerung, Düngung und andere Maßnahmen zwischen den Messungen.

Eine unerwartete Änderung prüfen Sie zusammen mit Wasser- und Medienanalyse. Aus EC allein lässt sich nicht ablesen, welcher einzelne Nährstoff fehlt. Legen Sie konkrete Zielwerte und Rezeptur anhand bestätigter Pflanzenanforderungen, geeigneter Methodik und der tatsächlichen Anbaubedingungen fest.

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