pH und EC im Boden: von der Probenahme zur Auswertung
Regelmäßige Prüfungen von Boden und Bewässerungswasser helfen, Veränderungen im Anbau zu verfolgen. Zwei grundlegende Werte beantworten unterschiedliche Fragen: pH beschreibt den sauren oder basischen Charakter, EC die elektrische Leitfähigkeit im Zusammenhang mit gelösten Ionen. Aus EC lassen sich weder pH noch der Gehalt jedes Nährstoffs bestimmen. Beide Messungen ergänzen die Bodenanalyse; sie ersetzen sie nicht.

Nährlösung und Bodenauszug sind unterschiedliche Proben
Eine im Tank vorbereitete Lösung kann direkt mit einem geeigneten Gerät gemessen werden. Bei Boden muss ein Verfahren zur Probenvorbereitung gewählt werden. Boden:Wasser-Verhältnis, Extraktionsflüssigkeit, Mischzeit, Temperatur und Messung in Suspension oder getrenntem Auszug beeinflussen das Ergebnis. Werte aus Wasserauszug, Calciumchloridlösung, Sättigungsextrakt und Einstechsonde sind deshalb ohne Prüfung nicht als austauschbar anzusehen.
1. Eine repräsentative Probe entnehmen
Teilen Sie Fläche oder Gewächshaus nach Boden, Kultur und früherer Düngung in vergleichbare Bereiche. Entnehmen Sie je Bereich mehrere Teilproben in gleicher Tiefe und mischen Sie diese. Beproben Sie den üblichen Bestand getrennt von Stellen mit geschädigten Pflanzen, Staunässe oder sichtbarer Salzbelastung; dort kann eine eigene diagnostische Untersuchung erforderlich sein.
Das beschriebene Verfahren für einen Gewächshausbestand sieht eine Entnahme vor dem Nachdüngen nach Abtragen von ungefähr 3 cm Oberflächenschicht aus ungefähr 3–15 cm Tiefe vor. Das ist keine allgemeine Tiefe für alle Kulturen: wählen Sie für Ihre Beobachtung die Tiefe nach Wurzelzone und Laborempfehlung. Notieren Sie Ort, Tiefe, Datum, letzte Bewässerung und Düngung.
2. Ein einheitliches Vorbereitungsverfahren einhalten
Bei Anwendung des beschriebenen Verfahrens mischen Sie die Probe, lassen sie trocknen und zerkleinern Klumpen. Geben Sie zu 1 dl trockenem Boden 2 dl destilliertes oder deionisiertes Wasser, mischen Sie und messen Sie stets nach derselben Zeit innerhalb von 30–45 Minuten. Das ist ein Volumenverhältnis von 1 : 2 in diesem konkreten betrieblichen Verfahren, kein allgemeiner Laborstandard. Befüllen Sie das Messgefäß stets gleich; unterschiedliche Verdichtung verändert die Bodenmenge in der Probe.
Mischen Sie vor der Messung erneut und platzieren Sie die Sonde nach Anleitung. Drücken Sie eine gewöhnliche Glaselektrode nicht gewaltsam in Klumpen. Verwendet das Labor ein anderes Verfahren, folgen Sie diesem von der Entnahme bis zur Auswertung. Längere Extraktion kann das Ergebnis verändern, besonders bei Düngern mit verzögerter Freisetzung.
3. Messgeräte vorbereiten
- Sauberkeit und Zustand von pH-Elektrode und EC-Sonde prüfen.
- Das pH-Gerät mit frischen Puffern für den erwarteten Bereich kalibrieren, das EC-Gerät mit geeignetem Leitfähigkeitsstandard nach Anleitung.
- Temperatur und Einstellung der Temperaturkompensation notieren. Bei EC dieselbe Referenztemperatur verwenden.
- Zwischen Proben die Sonde spülen und Verschleppung vermeiden. Auf stabile Anzeige warten.
- Ergebnis mit Methode und Einheit aufzeichnen. Es gilt 1 mS/cm = 1 000 µS/cm.
4. Den Trend im richtigen Zusammenhang beurteilen
| Wert | Was er verfolgen hilft | Was er allein nicht bestätigt |
|---|---|---|
| EC | Veränderungen von Leitfähigkeit und gelösten Ionen bei gleicher Methode | Das Verhältnis von Stickstoff, Phosphor, Kalium und weiteren Nährstoffen |
| pH | Säure-Basen-Zustand und seine Veränderung | Die Alkalinität des Wassers oder die zur Änderung benötigte Säuremenge |
| Boden- und Wasseranalyse | Eine Grundlage für Düngung und Anpassung der Bedingungen | Ein unveränderliches Rezept für alle Wachstumsphasen |
Optimale Werte hängen von Kultur, Substrat und Messmethode ab. Der Bereich 0,75–1,25 mS/cm aus dem ursprünglichen Verfahren ist daher kein allgemeiner EC-Zielwert. Auch Wasser mit einem bestimmten pH und EC ist nicht automatisch zur Bewässerung geeignet: Ionenzusammensetzung und Alkalinität sind ebenfalls wichtig. Legen Sie bei intensivem Anbau Prüfintervalle nach der Geschwindigkeit der Veränderungen fest und vergleichen Sie stets dieselbe Methode.
pH anpassen und ein Messgerät auswählen
Planen Sie Änderungen der Nährlösung anhand der Wasseranalyse, Alkalinität und Anforderungen des Bestands. Säuren im Anbau können zugleich Nährstoffe liefern; dieser Beitrag muss berücksichtigt werden. Es gibt keine allgemeine Menge konzentrierter Säure je Kubikmeter Wasser. Verwenden Sie ein dafür vorgesehenes Produkt und dessen Arbeits- und Sicherheitsverfahren.
Prüfen Sie bei der Gerätewahl Bereich, benötigte Genauigkeit, Sonde, Kalibrierung und Eignung für Auszug oder direkte Bodenprobe. Das beschriebene EC/TDS-Gerät ist AD32; prüfen Sie die aktuelle Ausführung und Einsatzbedingungen in der Anleitung des konkreten Modells.

Unterschiedliche Laborverfahren zeigt beispielsweise das Labor von Penn State: Es nutzt definierte Verfahren für pH und lösliche Salze. Geben Sie bei der Weitergabe von Ergebnissen deshalb stets die Probenvorbereitung an.


